Sowas passiert. Viel vorgenommen, fast nichts hat geklappt. Mit etwas mehr Erfahrung hätten die Jungs es geschafft, da bin nicht nur ich mir sicher.
Wie heißt es doch in einem alten Sprichwort? "Jugend ist ein Fehler, der mit jedem Tage besser wird". Man kann nicht gleichzeitig jung, wild und spielfreudig sein und in gleichem Maße abgeklärt und vor allem erfahren.
Doch diese Mannschaft sollte ihren Weg gehen. Ob dieser zwangsläufig zu Titeln führt, lässt sich nicht vorhersagen.
Wie lautet eines der berühmten und ach so wahren Herberger-Zitate? "Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht". Das es gut ausgeht, wäre den sympathischen Burschen und den Fans zu wünschen. Wie im Leben kommt man von einem Gipfel zum nächsten meist nur durch das Tal.
Als gestern der erste Angriffswirbel der Spanier abebbte und die deutsche Mannschaft endlich etwas besser ins Spiel fand, hätte es mit Pech für Spanien nach Trochowski`s Schuss auch 1:0 für uns stehen können. Ebenso wie in der 63. Minute als Toni Kroos die Riesen-Chance, völlig frei vor dem Tor, ebenfalls die Möglichkeit zur Führung vergab. Und dann? Das sind die Unwägbarkeiten des Fußballs. Kein Spiel ist wie das andere und im DFB-Pokal gewinnen fünftklassige Mannschaften auch schon mal gegen gegen einen Champions-League-Teilnehmer.
Die treffendste Bemerkung nach dem verlorenen Halbfinale kam vom Bundestrainer högschtpersönlich: "Spanien spielt seit über drei Jahren mit einer quasi unveränderten Mannschaft, wir seit sechs Wochen".
Donnerstag, 8. Juli 2010
Mittwoch, 7. Juli 2010
Daumen drücken
Heute heißt es: Daumen drücken! Für eine deutsche Mannschaft, die nicht nur die Herzen der Fans in Deutschland erobert hat, sondern sich in der ganzen Welt Sympathien oder zumindest gehörige Anerkennung erarbeitet und vor allem erspielt hat.
Das Quäntchen Glück gehört zwar auch dazu, doch keiner wird widersprechen können, wenn man dieser Mannschaft den schönsten Fußball bei dieser WM bescheinigt. Und das Glück hat Deutschland im Rahmen des Turniers eindeutig weniger in Anspruch genommen als die meisten anderen Mannschaften.
Die Jungs sind sympathisch, frech, lustig, zielstrebig und bilden eine klasse Einheit. Das war so nicht zu erwarten. Doch wenn man die Spielfreude, die Kompaktheit und den Einsatz sieht, kommt man nicht umher, zu sagen, dass es diese Kombination im deutschen Fußball nur ganz selten gab.
Obwohl Deutschland mit die beste Nation bei Fußballweltmeisterschaften ist. Klar, Brasilien war schon fünf Mal Weltmeister, Italien (o. k., `34 und `38 sind schon ewig her) vier Mal, doch Deutschland war bereits unglaubliche zwölf Mal im Halbfinale, drei Mal Weltmeister, vier Mal Vize-Weltmeister und drei Mal Dritter.
Doch diese Truppe ist ein Sympathieträger und eine Werbung für ein neues, ein anderes Deutschlandbild, als das, was in den Köpfen Vieler noch immer präsent ist. Die Presse in Südafrika nannte diese Mannschaft bereits nach dem England-Spiel "..das wahre Regenbogen-Team" und spielte damit auf die ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellende "Multi-Kulti-Truppe" an. Und wenn dann sogar die Yello Press in England mit "Go Germany" titelt, weiß man, dass dies einer Adelung gleichkommt.
Macht den Traum war, Jungs! Und nach Lena Meyer-Landrut, die Europa eroberte, gäbe es innerhalb kürzester Zeit einen weiteren Meister der Herzen, der den Titel auch wirklich in Händen hält.
Das Quäntchen Glück gehört zwar auch dazu, doch keiner wird widersprechen können, wenn man dieser Mannschaft den schönsten Fußball bei dieser WM bescheinigt. Und das Glück hat Deutschland im Rahmen des Turniers eindeutig weniger in Anspruch genommen als die meisten anderen Mannschaften.
Die Jungs sind sympathisch, frech, lustig, zielstrebig und bilden eine klasse Einheit. Das war so nicht zu erwarten. Doch wenn man die Spielfreude, die Kompaktheit und den Einsatz sieht, kommt man nicht umher, zu sagen, dass es diese Kombination im deutschen Fußball nur ganz selten gab.
Obwohl Deutschland mit die beste Nation bei Fußballweltmeisterschaften ist. Klar, Brasilien war schon fünf Mal Weltmeister, Italien (o. k., `34 und `38 sind schon ewig her) vier Mal, doch Deutschland war bereits unglaubliche zwölf Mal im Halbfinale, drei Mal Weltmeister, vier Mal Vize-Weltmeister und drei Mal Dritter.
Doch diese Truppe ist ein Sympathieträger und eine Werbung für ein neues, ein anderes Deutschlandbild, als das, was in den Köpfen Vieler noch immer präsent ist. Die Presse in Südafrika nannte diese Mannschaft bereits nach dem England-Spiel "..das wahre Regenbogen-Team" und spielte damit auf die ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellende "Multi-Kulti-Truppe" an. Und wenn dann sogar die Yello Press in England mit "Go Germany" titelt, weiß man, dass dies einer Adelung gleichkommt.
Macht den Traum war, Jungs! Und nach Lena Meyer-Landrut, die Europa eroberte, gäbe es innerhalb kürzester Zeit einen weiteren Meister der Herzen, der den Titel auch wirklich in Händen hält.
Donnerstag, 1. Juli 2010
Übrigens...
...die Fotos von dA smOOvE gibt es jetzt nicht mehr auf der HP, sondern der Übersichtlichkeit halber auf facebook
Dienstag, 29. Juni 2010
Wer war nochmal das Volk?
1989 wusste das noch jeder. Und heute? Ok, beim Fußball sind alle einig Fußball-Land; da geht man kollektiv auf die Straße, um zu Feiern.
Warum nur klappt das nicht auch bei anderen Themen. Nach wie vor ist das Volk ja der Souverän; zumindest auf dem Papier, das sich Grundgesetz nennt. Oft verwechselt mit einer Verfassung, die Deutschland eigentlich nach wie vor nicht hat.
Alle meckern über den Euro, die Steuern, die Benzinpreise, die Arbeitslosigkeit, Hartz lV, Umweltverschmutzung, Bereicherung von Managern, Energiekosten, Lobbyisten und deren Helfer in Politikergestalt und dies und das. Und wer geht auf die Straße?
Ja, an Ostern, da wird marschiert und auch wenn ein Wirtschaftgipfel ansteht. Doch oft machen zu solchen Anlässen in der Mehrzahl Radikale mobil, um bei der Gelegenheit auch noch Nachbar Müller`s Familienlimousine abzufackeln oder den Supermarkt an der Ecke zu plündern und zu zerlegen.
Aber sonst? Bei der wöchentliche Montagsdemo in Frankfurt/Main müht sich ein tapferer Herr seit Jahr und Tag mit kleiner PA aus der Heckklappe seines Kombis um die Aufmerksamkeit der Passanten; mehr als zwanzig habe ich noch nie gleichzeitig da stehen sehen. Nach einer Kippe gehen die meisten sowieso weiter.
Hat das Volk resigniert? Die Wahlbeteilungen in letzter Zeit lassen diesen Schluss ebenso zu wie die sich auf Stammtischreden beschränkende Kritik an "denen da oben". Offensichtlich ist sich niemand seiner Macht bewusst. Durch Demonstrationen, Petitionen, geändertes Kaufverhalten, Streiks usw. kann man Einfluss nehmen. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Obwohl, verstehen kann man diese Geisteshaltung schon etwas. Oder wurden wir gefragt, ob wir den Euro haben möchten? Beschlossen durch unsere Volksvertreter. Doch was macht man, wenn der Wähler in der Mehrheit etwas anderes möchte, jedoch alle zur Wahl stehenden Parteien sich im Grunde einig sind, etwas anderes voranzutreiben? Vorsicht, denn so etwas spielt immer Radikalen in die Karten, die es verstehen, solche Themen geschickt zu besetzen. Ich erinnere nur an die Umfrageergebnisse für Horst Schlemmer vor der letzten Bundestagswahl. Schon Brecht wusste, das sich die Regierung wohl am liebsten ein neues Volk wählen würde.
Da muss man das unwissende Volk schon einmal bervormunden, wie ein kleines Kind, dass ja auch noch nicht weiß, was gut für es ist. Klar, viele sind dumm, manch einer wählt den Politiker nach Sympathie oder Aussehen aus, viele kennen gewisse Fakten nicht, doch ist dies nur eine Folge der Politikverdrossenheit und verfehlter Bildungspolitik.
Es gäbe so viel zu ändern. Das ganze System (nicht nur hier) ist doch, wenn man nur problemfrei bis drei zählen kann, früher oder später zum Scheitern verurteilt. Rente, Steuern, Krankenversicherung - wie lange soll das noch gut gehen? Wie kann es sein, dass man, wenn man einen Euro für Benzin ausgibt, 88 Cent an Steuern bezahlt?
Gegenwehr ist angesagt. Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten in Berlin, äußern Sie Ihre Meinung. Warum nicht eine Partei gründen? Die derzeitigen Alternativen mit ewig gestrigen Nationalisten oder den merkwürdigen Linken, die verneinen, dass die "DDR" ein Unrechtsstaat war, gehören eigentlich in kein Parlament.
Warum nur klappt das nicht auch bei anderen Themen. Nach wie vor ist das Volk ja der Souverän; zumindest auf dem Papier, das sich Grundgesetz nennt. Oft verwechselt mit einer Verfassung, die Deutschland eigentlich nach wie vor nicht hat.
Alle meckern über den Euro, die Steuern, die Benzinpreise, die Arbeitslosigkeit, Hartz lV, Umweltverschmutzung, Bereicherung von Managern, Energiekosten, Lobbyisten und deren Helfer in Politikergestalt und dies und das. Und wer geht auf die Straße?
Ja, an Ostern, da wird marschiert und auch wenn ein Wirtschaftgipfel ansteht. Doch oft machen zu solchen Anlässen in der Mehrzahl Radikale mobil, um bei der Gelegenheit auch noch Nachbar Müller`s Familienlimousine abzufackeln oder den Supermarkt an der Ecke zu plündern und zu zerlegen.
Aber sonst? Bei der wöchentliche Montagsdemo in Frankfurt/Main müht sich ein tapferer Herr seit Jahr und Tag mit kleiner PA aus der Heckklappe seines Kombis um die Aufmerksamkeit der Passanten; mehr als zwanzig habe ich noch nie gleichzeitig da stehen sehen. Nach einer Kippe gehen die meisten sowieso weiter.
Hat das Volk resigniert? Die Wahlbeteilungen in letzter Zeit lassen diesen Schluss ebenso zu wie die sich auf Stammtischreden beschränkende Kritik an "denen da oben". Offensichtlich ist sich niemand seiner Macht bewusst. Durch Demonstrationen, Petitionen, geändertes Kaufverhalten, Streiks usw. kann man Einfluss nehmen. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Obwohl, verstehen kann man diese Geisteshaltung schon etwas. Oder wurden wir gefragt, ob wir den Euro haben möchten? Beschlossen durch unsere Volksvertreter. Doch was macht man, wenn der Wähler in der Mehrheit etwas anderes möchte, jedoch alle zur Wahl stehenden Parteien sich im Grunde einig sind, etwas anderes voranzutreiben? Vorsicht, denn so etwas spielt immer Radikalen in die Karten, die es verstehen, solche Themen geschickt zu besetzen. Ich erinnere nur an die Umfrageergebnisse für Horst Schlemmer vor der letzten Bundestagswahl. Schon Brecht wusste, das sich die Regierung wohl am liebsten ein neues Volk wählen würde.
Da muss man das unwissende Volk schon einmal bervormunden, wie ein kleines Kind, dass ja auch noch nicht weiß, was gut für es ist. Klar, viele sind dumm, manch einer wählt den Politiker nach Sympathie oder Aussehen aus, viele kennen gewisse Fakten nicht, doch ist dies nur eine Folge der Politikverdrossenheit und verfehlter Bildungspolitik.
Es gäbe so viel zu ändern. Das ganze System (nicht nur hier) ist doch, wenn man nur problemfrei bis drei zählen kann, früher oder später zum Scheitern verurteilt. Rente, Steuern, Krankenversicherung - wie lange soll das noch gut gehen? Wie kann es sein, dass man, wenn man einen Euro für Benzin ausgibt, 88 Cent an Steuern bezahlt?
Gegenwehr ist angesagt. Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten in Berlin, äußern Sie Ihre Meinung. Warum nicht eine Partei gründen? Die derzeitigen Alternativen mit ewig gestrigen Nationalisten oder den merkwürdigen Linken, die verneinen, dass die "DDR" ein Unrechtsstaat war, gehören eigentlich in kein Parlament.
Freitag, 25. Juni 2010
Da kommt einfach nichts
Heute früh beim Warten auf den Aufzug. Schätzungsweise das tausendste Déjà-Vu-Erlebnis dieser Art. Man betritt die Aufzugskabine, drückt den Etagenknopf und der Stahlkasten setzt sich in Bewegung.
Schon in der ersten Etage, man selbst möchte in die dritte, hält das Ding. Die Tür öffnet sich und eine Dame mittleren Alters betritt den Fahrstuhl. Man hat kurzen Blickkontakt und, jetzt kommt`s, man wünscht einen "Guten Morgen" und lächelt kurz.
Nach unendlich langen drei Sekunden findet man sich damit ab, dass da genauso viel zurück kommt, wie bei einem Wurf eines Eies an eine Hauswand. Nix, nada, niente...!
Man kommt sich vor wie der Erfinder des Dübels bevor es die Bohrmaschine gab. Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, diesen Leuten irgendwelche Kommentare oder Unmutsbekundungen an den Kopf zu werfen; bringt sowieso nichts. Früher rutschte mir da schon ab und an einmal eine Spitze wie "...sorry, wusste nicht, dass sie taub sind" heraus.
Was ist daran so schwer, einem Mitmenschen, noch dazu, wenn dieser den ersten Schritt macht, einfach einen Gruß zu erwidern? Und dann diese qualvoll langen Sekunden bis in den driten Stock. So Leuten macht anscheinend auch das nichts aus. Wahrscheinlich war sie noch konsterniert, was das soll und überhaupt; "ich kenne den doch gar nicht". Vielleicht mal auf ebay nach einer gut erhaltenen Kinderstube suchen?
Komisch drauf ist auch ein schon etas älterer Herr, der mir ab und an morgens begegnet. Der hat mal eine zeitlang gegrüßt, wenn auch leicht gequält, doch seit einigen Wochen sagt der nicht nur nichts mehr, nein, der schaut mich direkt an und schreit mir sein Schweigen förmlich ins Gesicht. Geht mir zwar am Südpol vorbei, doch würde es mich doch interessieren, womit ich mir den Unmut dieses Zeitgenossen zugezogen haben könnte.
Woher kommt bloß diese Sprachlosigkeit? Sind die Menschen so in Gedanken? Mmh, eher nicht. Einfach nur schlecht drauf und/oder unhöflich? Moment mal.... WM? Fußball! Das war eine Französin. Eine Serbin war es. Logisch, Italienerin. Ein Tag nach dem Ausscheiden. Egal! Ich grüße weiter und freue mich über die wenigen die zurückgrüßen mehr als ich mich über die Ignoranten ärgere.
Schon in der ersten Etage, man selbst möchte in die dritte, hält das Ding. Die Tür öffnet sich und eine Dame mittleren Alters betritt den Fahrstuhl. Man hat kurzen Blickkontakt und, jetzt kommt`s, man wünscht einen "Guten Morgen" und lächelt kurz.
Nach unendlich langen drei Sekunden findet man sich damit ab, dass da genauso viel zurück kommt, wie bei einem Wurf eines Eies an eine Hauswand. Nix, nada, niente...!
Man kommt sich vor wie der Erfinder des Dübels bevor es die Bohrmaschine gab. Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, diesen Leuten irgendwelche Kommentare oder Unmutsbekundungen an den Kopf zu werfen; bringt sowieso nichts. Früher rutschte mir da schon ab und an einmal eine Spitze wie "...sorry, wusste nicht, dass sie taub sind" heraus.
Was ist daran so schwer, einem Mitmenschen, noch dazu, wenn dieser den ersten Schritt macht, einfach einen Gruß zu erwidern? Und dann diese qualvoll langen Sekunden bis in den driten Stock. So Leuten macht anscheinend auch das nichts aus. Wahrscheinlich war sie noch konsterniert, was das soll und überhaupt; "ich kenne den doch gar nicht". Vielleicht mal auf ebay nach einer gut erhaltenen Kinderstube suchen?
Komisch drauf ist auch ein schon etas älterer Herr, der mir ab und an morgens begegnet. Der hat mal eine zeitlang gegrüßt, wenn auch leicht gequält, doch seit einigen Wochen sagt der nicht nur nichts mehr, nein, der schaut mich direkt an und schreit mir sein Schweigen förmlich ins Gesicht. Geht mir zwar am Südpol vorbei, doch würde es mich doch interessieren, womit ich mir den Unmut dieses Zeitgenossen zugezogen haben könnte.
Woher kommt bloß diese Sprachlosigkeit? Sind die Menschen so in Gedanken? Mmh, eher nicht. Einfach nur schlecht drauf und/oder unhöflich? Moment mal.... WM? Fußball! Das war eine Französin. Eine Serbin war es. Logisch, Italienerin. Ein Tag nach dem Ausscheiden. Egal! Ich grüße weiter und freue mich über die wenigen die zurückgrüßen mehr als ich mich über die Ignoranten ärgere.
Donnerstag, 24. Juni 2010
Maradona - die Peinlichkeit hat einen Namen
Was ist denn mit dem los. So ganz normal war der ja irgenwie noch nie. Man sagt ja bekanntlich, dass Genialität und Wahnsinn ganz nah beieinander liegen. Schlimm wird es nur, wenn sich das Geniale ausschließlich auf den Fußball bezieht, der Wahnsinn sich jedoch des ganzen Rests bemächtigt hat.
Maradona erzählt teilweise einen Mist, für den sich eigentlich der dümmste Fanatiker unter den Anhängern Argentiniens fremd schämen müsste. Doch von denen wird er nach wie vor fast als Gott verehrt.
Für mich, nicht nur weil ich "glaubensneutral" bin, ist es jedenfalls unerträglich, wenn einer sich vor, während und nach dem Spiel gefühlte 76 Mal bekreuzigt - offenbar ein Tick, so wie krankhaftes Händewaschen. Unbedingt eine Therapie ins Auge fassen. Ich möchte betonen, dass ich keine Anhänger jedweder Konfession beleidigen möchte, doch Protagonisten wie eben jener kotzen mich an.
Obwohl dieses ständige Bekreuzigen ja so weit verbreitet ist, dass ich mir als Gott ganz schön verarscht vorkäme. Wer findet denn mein Wohlgefallen, wenn z. B. Brasilien gegen Argentinien spielt und sich ein Dutzend Spieler plus Trainer, Betreuer und Fans bekreuzigen und um den Segen, den Beistand oder sonstwas bitten.
Obwohl, einige Entscheidungshilfen, wer die göttliche Unterstützung verdient hat gibt es ja dann doch. Denn viele dieser Spieler, die meinen, ihren Glauben mit solcher Inbrunst in die Öffentlichkeit tragen zu müssen, spielen im Spiel zum Teil unfair, sind notorische Fremdgänger oder leben einen Lebensstil, der sich mit biblischen Grunsätzen eigentlich nicht vereinbaren lässt.
Doch Maradona, ich kann den Typ nicht leiden, toppt das alles. Jahrelang fiel er durch Drogenkonsum auf, schoss auch schon mal von seinem Haus aus auf Menschen, hatte Kontakte zur Camorra, wurde bei der WM 1994 wegen Dopings (Ephedrin) aus dem Turnier ausgeschlossen und sagte gerade vor einigen Tagen, dass er für diese fantastische argentinische Mannschaft, die im Übrigen nur knapp die Qualifikation zur WM in Südafrika schaffte, nicht nur sterben sondern auch morden würde. Ganz im Einklang mit seinem Glauben.
Aber irgendwie regt sich da niemand groß auf oder sagt dem Mann einmal die Meinung. Solche Leute verunglimpfen ihre Religion und sind gleichermaßen für Gott, alle Gläubigen und auch Ungläubigen eine Beleidigung. Wer so wenig Anstand und Charakter hat, um sein mit der Hand erzieltes Tor bei der WM 1986 mit den Worten zu kommentieren "Es war Maradonas Fuß und die Hand Gottes" ist ein Idiot.
Wie man als nationaler Fußballverband überhaupt so jemanden zum Trainer der Nationalmannschaft machen kann, ist mir ein Rätsel. Wo ist da die Vorbildfunktion? Was suggeriert so etwas? Dass man, wenn man in irgendetwas spitze ist, sich alles erlauben kann?
Maradona erzählt teilweise einen Mist, für den sich eigentlich der dümmste Fanatiker unter den Anhängern Argentiniens fremd schämen müsste. Doch von denen wird er nach wie vor fast als Gott verehrt.
Für mich, nicht nur weil ich "glaubensneutral" bin, ist es jedenfalls unerträglich, wenn einer sich vor, während und nach dem Spiel gefühlte 76 Mal bekreuzigt - offenbar ein Tick, so wie krankhaftes Händewaschen. Unbedingt eine Therapie ins Auge fassen. Ich möchte betonen, dass ich keine Anhänger jedweder Konfession beleidigen möchte, doch Protagonisten wie eben jener kotzen mich an.
Obwohl dieses ständige Bekreuzigen ja so weit verbreitet ist, dass ich mir als Gott ganz schön verarscht vorkäme. Wer findet denn mein Wohlgefallen, wenn z. B. Brasilien gegen Argentinien spielt und sich ein Dutzend Spieler plus Trainer, Betreuer und Fans bekreuzigen und um den Segen, den Beistand oder sonstwas bitten.
Obwohl, einige Entscheidungshilfen, wer die göttliche Unterstützung verdient hat gibt es ja dann doch. Denn viele dieser Spieler, die meinen, ihren Glauben mit solcher Inbrunst in die Öffentlichkeit tragen zu müssen, spielen im Spiel zum Teil unfair, sind notorische Fremdgänger oder leben einen Lebensstil, der sich mit biblischen Grunsätzen eigentlich nicht vereinbaren lässt.
Doch Maradona, ich kann den Typ nicht leiden, toppt das alles. Jahrelang fiel er durch Drogenkonsum auf, schoss auch schon mal von seinem Haus aus auf Menschen, hatte Kontakte zur Camorra, wurde bei der WM 1994 wegen Dopings (Ephedrin) aus dem Turnier ausgeschlossen und sagte gerade vor einigen Tagen, dass er für diese fantastische argentinische Mannschaft, die im Übrigen nur knapp die Qualifikation zur WM in Südafrika schaffte, nicht nur sterben sondern auch morden würde. Ganz im Einklang mit seinem Glauben.
Aber irgendwie regt sich da niemand groß auf oder sagt dem Mann einmal die Meinung. Solche Leute verunglimpfen ihre Religion und sind gleichermaßen für Gott, alle Gläubigen und auch Ungläubigen eine Beleidigung. Wer so wenig Anstand und Charakter hat, um sein mit der Hand erzieltes Tor bei der WM 1986 mit den Worten zu kommentieren "Es war Maradonas Fuß und die Hand Gottes" ist ein Idiot.
Wie man als nationaler Fußballverband überhaupt so jemanden zum Trainer der Nationalmannschaft machen kann, ist mir ein Rätsel. Wo ist da die Vorbildfunktion? Was suggeriert so etwas? Dass man, wenn man in irgendetwas spitze ist, sich alles erlauben kann?
Wie, Du hast keine Fahne am Auto...!?
Panem et circenses, Opium für`s Volk...
Deutschland schafft, trotz Mertesacker, den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 und alle sind froh:
Die Politik, die, wie stets zu Zeiten der EM und WM, noch weniger interessiert. Dann die Zeitungen, die weiter groß aufmachen können. Dazu die schier unfassbare Anzahl von Fußball- und "Schland"-Fans, die weiter einen Grund haben irgendetwas zu feiern. Und natürlich alle Autofahnen- und Vuvuzela-Verkäufer; denn: Wer traut sich denn noch ohne mindestens ein Fan-Utensil auf die Straße?
Einerseits ist es ja schon irgendwie schön, dass "der Deutsche" an sich schon etwas mehr aus sich herausgeht, als früher. Doch ob man jeden Vorrundensieg, gleich ob gut oder schlecht, ob gegen ein Spitzenteam oder einen Underdog gespielt wurde, mehr feiern muss, als früher den Gewinn des Endspiels?
Feiern ist in; gerade in Zeiten, in denen alles den Bach runter geht. Sozialabbau, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, Perspektivlosigkeit, Politikverdrossenheit, gefördert jedoch auch durch die neue Dimension von Gleichgültigkeit, Desinteresse an allem und, mit Verlaub, Dummheit.
Ähnliches war schon bei der ach so tollen Loveparade in Berlin zu beobachten. Gestartet mit einigen Dutzend Leuten und ausgeufert zum größten Open-Air-Event der Welt. Da waren am Schluss fast nur Leute dabei, die sonst alles hören, nur keine Technomusik. Hauptsache dabei.
Und so läuft es auch auf den "Fanmeilen" und Public Viewings. Nein, ich denke da nicht an die so beliebte Frage nach dem Abseits. Doch ganz ehrlich: Die meisten haben sonst null Bezug zum Fußball. Denen kann man auch nicht erklären, dass es nicht logisch ist, dass Australien nicht gegen Serbien gewinnen kann, da Deutschland gegen Serbien verloren hat, jedoch gegen Australien gewonnen hat.
Mich nervt es. Sommermärchen 2006, EM-Fieber 2008, dazu noch der Sommertraum im Handball und sogar bei der Eishockey-WM werden sämtliche Zuschauerrekorde gebrochen. In Zeiten, in denen alles mega, super, asozial-geil, abgefahren und cool sein muss, ist der Außenseiter, der sich am Fußball erfreut, mit der Deutschen Mannschaft mitfiebert und sich über den Sieg freut; nicht jedoch das Maß verliert und auch sieht, was alles im Argen liegt. Mir kommt jedenfalls keine Fahne ans Auto.
Und wenn die eigene Mannschaft rausfliegt oder es gar nicht erst bis Südafrika geschafft hat, hält man plötzlich zu diesen oder jenen; bloß weil die Feierei weitergehen muss. Mit Verlaub: Ich habe ein Team, dass ich als Fan unterstütze, eventuell noch Sympathien für eine andere Mannschaft. Doch niemals würde ich mir, wenn ich Spanier wäre, eine deutsche Flagge ins Gesicht malen lassen. Das karikiert das Fan-Dasein; jeder Herzblut-Eintracht-oder-sonstwas-Fan weiß wovon ich rede. Erlaubt ist dies nur denen, die ohne Hintergedanken tatsächlich so empfinden, Europa-Fanatiker, Weltverbesserer und Walldorf-Schüler.
Aber da geht es einigen ja dann doch um die Nation, um das "wir", was sonst so gut wie niemanden interessiert. Und man will mit zu den Siegern gehören. Passiert ja sonst den wenigsten. Doch gerade das gehört doch dazu. Das Zittern um das Team, das Freuen über den Sieg und die Trauer nach einer Niederlage. Da kann man doch nicht zwei Tage später die Fahne auswechseln und wieder grinsend durch die Gegend laufen.
Deutschland schafft, trotz Mertesacker, den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 und alle sind froh:
Die Politik, die, wie stets zu Zeiten der EM und WM, noch weniger interessiert. Dann die Zeitungen, die weiter groß aufmachen können. Dazu die schier unfassbare Anzahl von Fußball- und "Schland"-Fans, die weiter einen Grund haben irgendetwas zu feiern. Und natürlich alle Autofahnen- und Vuvuzela-Verkäufer; denn: Wer traut sich denn noch ohne mindestens ein Fan-Utensil auf die Straße?
Einerseits ist es ja schon irgendwie schön, dass "der Deutsche" an sich schon etwas mehr aus sich herausgeht, als früher. Doch ob man jeden Vorrundensieg, gleich ob gut oder schlecht, ob gegen ein Spitzenteam oder einen Underdog gespielt wurde, mehr feiern muss, als früher den Gewinn des Endspiels?
Feiern ist in; gerade in Zeiten, in denen alles den Bach runter geht. Sozialabbau, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, Perspektivlosigkeit, Politikverdrossenheit, gefördert jedoch auch durch die neue Dimension von Gleichgültigkeit, Desinteresse an allem und, mit Verlaub, Dummheit.
Ähnliches war schon bei der ach so tollen Loveparade in Berlin zu beobachten. Gestartet mit einigen Dutzend Leuten und ausgeufert zum größten Open-Air-Event der Welt. Da waren am Schluss fast nur Leute dabei, die sonst alles hören, nur keine Technomusik. Hauptsache dabei.
Und so läuft es auch auf den "Fanmeilen" und Public Viewings. Nein, ich denke da nicht an die so beliebte Frage nach dem Abseits. Doch ganz ehrlich: Die meisten haben sonst null Bezug zum Fußball. Denen kann man auch nicht erklären, dass es nicht logisch ist, dass Australien nicht gegen Serbien gewinnen kann, da Deutschland gegen Serbien verloren hat, jedoch gegen Australien gewonnen hat.
Mich nervt es. Sommermärchen 2006, EM-Fieber 2008, dazu noch der Sommertraum im Handball und sogar bei der Eishockey-WM werden sämtliche Zuschauerrekorde gebrochen. In Zeiten, in denen alles mega, super, asozial-geil, abgefahren und cool sein muss, ist der Außenseiter, der sich am Fußball erfreut, mit der Deutschen Mannschaft mitfiebert und sich über den Sieg freut; nicht jedoch das Maß verliert und auch sieht, was alles im Argen liegt. Mir kommt jedenfalls keine Fahne ans Auto.
Und wenn die eigene Mannschaft rausfliegt oder es gar nicht erst bis Südafrika geschafft hat, hält man plötzlich zu diesen oder jenen; bloß weil die Feierei weitergehen muss. Mit Verlaub: Ich habe ein Team, dass ich als Fan unterstütze, eventuell noch Sympathien für eine andere Mannschaft. Doch niemals würde ich mir, wenn ich Spanier wäre, eine deutsche Flagge ins Gesicht malen lassen. Das karikiert das Fan-Dasein; jeder Herzblut-Eintracht-oder-sonstwas-Fan weiß wovon ich rede. Erlaubt ist dies nur denen, die ohne Hintergedanken tatsächlich so empfinden, Europa-Fanatiker, Weltverbesserer und Walldorf-Schüler.
Aber da geht es einigen ja dann doch um die Nation, um das "wir", was sonst so gut wie niemanden interessiert. Und man will mit zu den Siegern gehören. Passiert ja sonst den wenigsten. Doch gerade das gehört doch dazu. Das Zittern um das Team, das Freuen über den Sieg und die Trauer nach einer Niederlage. Da kann man doch nicht zwei Tage später die Fahne auswechseln und wieder grinsend durch die Gegend laufen.
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