Was ist denn mit dem los. So ganz normal war der ja irgenwie noch nie. Man sagt ja bekanntlich, dass Genialität und Wahnsinn ganz nah beieinander liegen. Schlimm wird es nur, wenn sich das Geniale ausschließlich auf den Fußball bezieht, der Wahnsinn sich jedoch des ganzen Rests bemächtigt hat.
Maradona erzählt teilweise einen Mist, für den sich eigentlich der dümmste Fanatiker unter den Anhängern Argentiniens fremd schämen müsste. Doch von denen wird er nach wie vor fast als Gott verehrt.
Für mich, nicht nur weil ich "glaubensneutral" bin, ist es jedenfalls unerträglich, wenn einer sich vor, während und nach dem Spiel gefühlte 76 Mal bekreuzigt - offenbar ein Tick, so wie krankhaftes Händewaschen. Unbedingt eine Therapie ins Auge fassen. Ich möchte betonen, dass ich keine Anhänger jedweder Konfession beleidigen möchte, doch Protagonisten wie eben jener kotzen mich an.
Obwohl dieses ständige Bekreuzigen ja so weit verbreitet ist, dass ich mir als Gott ganz schön verarscht vorkäme. Wer findet denn mein Wohlgefallen, wenn z. B. Brasilien gegen Argentinien spielt und sich ein Dutzend Spieler plus Trainer, Betreuer und Fans bekreuzigen und um den Segen, den Beistand oder sonstwas bitten.
Obwohl, einige Entscheidungshilfen, wer die göttliche Unterstützung verdient hat gibt es ja dann doch. Denn viele dieser Spieler, die meinen, ihren Glauben mit solcher Inbrunst in die Öffentlichkeit tragen zu müssen, spielen im Spiel zum Teil unfair, sind notorische Fremdgänger oder leben einen Lebensstil, der sich mit biblischen Grunsätzen eigentlich nicht vereinbaren lässt.
Doch Maradona, ich kann den Typ nicht leiden, toppt das alles. Jahrelang fiel er durch Drogenkonsum auf, schoss auch schon mal von seinem Haus aus auf Menschen, hatte Kontakte zur Camorra, wurde bei der WM 1994 wegen Dopings (Ephedrin) aus dem Turnier ausgeschlossen und sagte gerade vor einigen Tagen, dass er für diese fantastische argentinische Mannschaft, die im Übrigen nur knapp die Qualifikation zur WM in Südafrika schaffte, nicht nur sterben sondern auch morden würde. Ganz im Einklang mit seinem Glauben.
Aber irgendwie regt sich da niemand groß auf oder sagt dem Mann einmal die Meinung. Solche Leute verunglimpfen ihre Religion und sind gleichermaßen für Gott, alle Gläubigen und auch Ungläubigen eine Beleidigung. Wer so wenig Anstand und Charakter hat, um sein mit der Hand erzieltes Tor bei der WM 1986 mit den Worten zu kommentieren "Es war Maradonas Fuß und die Hand Gottes" ist ein Idiot.
Wie man als nationaler Fußballverband überhaupt so jemanden zum Trainer der Nationalmannschaft machen kann, ist mir ein Rätsel. Wo ist da die Vorbildfunktion? Was suggeriert so etwas? Dass man, wenn man in irgendetwas spitze ist, sich alles erlauben kann?
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